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Thalasso

Das Meer hat eine besondere Wirkung auf den Menschen, der dort stets eine Extraportion Gesundheit erfährt. Aus dieser Erkenntnis heraus hat sich die Thalassotherapie entwickelt, insbesondere um eine ganze Reihe von chronischen Erkrankungen zu lindern. Dies geht nun schon so seit dem 18. Jahrhundert. Zur Anwendung kommen dabei nicht nur kaltes oder erwärmtes Meerwasser, gerade in der einzigartigen Kombination mit der jodhaltigen Meeresluft, dem Sand und dem Schlick lassen sich viele Therapie-Ansätze mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Zielrichtungen ausbauen. Sonne und Algen sind gemeinsam beispielsweise eine wirksame Waffe gegen Atemwegserkrankungen und Rheuma. Thalasso wird im Übrigen auch im Wellness-Bereich angeboten, obwohl das Meer bei manchen Domizilen in sehr weite Ferne entrückt ist.

Was ist unter der Thalasso Kur zu verstehen?

Das griechische Wort thalassa bedeutet Meer und die Thalasso Kur ist die Therapie von Krankheiten mithilfe von:
. warmem Meerwasser
. kaltem Meerwasser
. Meeresluft
. Sonne
. Algen
. Schlick
. Sand

Die Heilkraft des Meeres ist der Menschheit seit vielen Tausend Jahren bekannt. Seit einigen Jahrhunderten bieten verschiedene Seebäder „Original Thalasso“ in ihren Programmen an. Bereits der griechische Dichter Euripides bekannte sich zur heilenden Wirkung des Meerwassers und die heutige Thalassotherapie basiert auf den gesunden Wirkstoffen aus dem Meer, die nicht nur unserem Körper, sondern auch unserer Seele zuträglich sind.

Thalasso

Thalasso ©iStockphoto/Miodrag Gajic

Es war wahrscheinlich der griechische Arzt Hippokrates, der erstmalig feststellte, dass sich Wunden in ständigem Kontakt mit Meerwasser weniger häufig infizierten. In der Konsequenz verordnete er seinen Patienten, die aktiven Heilkräfte des Wassers durch Meerwasserbäder und Meerwasserumschläge zu nutzen. Dieser „Schachzug“ brachte ihm posthum ein, als der Begründer der Thalassotherapie zu gelten. Doch es gab auch eine sehr lange „Trockenphase“ in der Medizinkunst, als diese einfache Form der Therapie über Jahrhunderte in totale Vergessenheit geriet. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass Wasser während des Mittelalters als Auslöser der Syphilis- und Pest-Epidemien galt.

Thalasso – damals und heute

Jener Arzt, der Mitte des 18. Jahrhunderts feststellte, dass die Menschen am Meer seltener krank sind als die Menschen im Landesinneren, hieß Richard Russel. Damit gab er geradezu den Startschuss für die Thalassotherapie. Ausgehend von England begann der Siegeszug der Gründung von Seebädern in ganz Europa. Immerhin war es nicht nur so eine lapidare Aussage eines jungen Arztes, sondern seine Doktorarbeit, die Vergrößerung der Halslymphknoten zum Thema hatte, wobei der Gebrauch von Meerwasser bei der Erkrankung von Lymphknoten eingehend thematisiert wurde. In Deutschland kam es dann 1793 in Heiligendamm zur Gründung des ersten Seeheilbades.

Im Jahre 1811 gewann der französische Chemiker Courtois die Erkenntnis, dass das Element Jod für die Menschen von essenzieller Bedeutung ist. Der Begriff Thalassotherapie wurde 1867 von dem französischen Arzt Dr. La Bonnadire geprägt.

Die moderne Thalassotherapie geht auf den französischen Biologen Ren Quinton zurück. Er fand gegen Ende des 19. Jahrhunderts heraus, dass das Meerwasser in seiner Struktur Ähnlichkeiten mit dem menschlichen Blutplasma hat, und versuchte so, die therapeutischen Effekte des Meerwassers wissenschaftlich zu begründen. Durch Meerwasserbehandlungen und Meerwasserbäder werden unsere Speicher an lebenswichtigen Spurenelementen und Mineralstoffen aufgeladen, so sein Credo. Das Potenzial der Thalassotherapie basiere auf den heilenden Meersalzen und den Mineralien der Algen.

Meerwasser, Schlick und Algen enthalten lebenswichtige

. Mineralien wie Natrium, Magnesium, Kalzium, Kalium, Phosphor
. Spurenelementen wie Eisen, Chrom, Zink, Selen, Jod
. Vitamine
. Proteine
. Aminosäuren

Alles wird direkt in sehr kleinen, aber in ihrer Kombination dem Körper zuträglichen Mengen über die semipermeable Hautbarriere aufgenommen. Wenn das Meerwasser in etwa auf Körpertemperatur erwärmt wird, ist der Effekt besonders effektiv. Gleiches gilt für Algen und Meerschlamm, die als Packungen zur Anwendung kommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann die Pharmaindustrie und die von ihr neu entwickelten, wirksamen Medikamenten immer mehr Bedeutung, was die Thalassotherapie etwas ins Abseits manövrierte. Heute befinden wir uns diesbezüglich gerade in einer interessanten Übergangsphase, in der die Thalassotherapie gerade bei Atemwegs- und Hauterkrankungen sowie Rheuma von vielen Ärzten durchaus wieder auf „Augenhöhe“ mit der Schulmedizin gesehen wird, das heißt, beide Therapievarianten werden zuweilen parallel in gegenseitiger Ergänzung angewandt.

Nach Frankreich ist es übrigens das Land Tunesien, das weltweit mit circa 600.000 Gästen als zweitgrößter Anbieter von Thalassotherapien gehandelt wird. Die deutschen Thalasso-Einrichtungen befinden sich geografisch an Nord- und Ostsee. Die Nordsee-Insel Norderney kann heute mit dem größten deutschen Thalasso-Zentrum aufwarten.

Die aktivste Variante der Thalasso Kur sind natürlich das intensive, direkte Baden und Schwimmen im Meer. In den meisten Thalassozentren wird heute frisches Meerwasser angesogen, auf ungefähr 33 Grad Celsius erwärmt und mehrmals gefiltert. Die Erwärmung hat ihren Sinn dahin gehend, dass warmes Meerwasser die Entspannung der Muskulatur befördert und im Ergebnis schmerzlindernd wirkt. Bei den Therapien kommen Massagebäder und Wassergymnastik im Meerwasserschwimmbecken zur Anwendung. Die Massage erfolgt dabei mittels kleiner Düsen, durch die das warme Meerwasser mehr oder weniger intensiv auf die Haut strahlt.

Ein zweites, ganz wesentliches Anwendungsgebiet der Thalassotherapie sind die Algen, die meistens in Form von Wickeln oder Packungen, aber auch oral zur Anwendung kommen, denn Meeresalgen enthalten viele essenzielle Aminosäuren, Vitamine, Carotin sowie wichtige Mineralien und Spurenelemente. In der Medizin werden Algen schon lange zur Stressreduktion, gegen entzündliches Rheuma oder zur Minderung der Cellulitis eingesetzt.

Woran ist eine echte Thalasso Kur zu erkennen?

Im Inland werden Thalasso Kuren mit Meeresprodukten, darunter zum Beispiel getrocknete Algen, angeboten. Das ist rechtlich möglich, weil der Begriff Thalasso ungeschützt ist. Daher hat der Verband der deutschen Thalasso-Zentren im Jahre 2002 die folgenden verbindlichen Kriterien für die „echte“ Thalassotherapie aufgestellt:

. Die Einrichtung darf nicht weiter als 300 Meter vom Meer entfernt liegen.
. Die Behandlungen müssen mit frischem, unbehandeltem Meerwasser erfolgen.
. Es muss mindestens ein Meerwasserbecken vorhanden sein.
. Die Anzahl der Behandlungskabinen muss so bemessen sein, dass jeder Gast täglich drei Einzelbehandlungen genießen kann.
. Die Einrichtung muss mindestens über einen Badearzt, einen Masseur, einen Therapeuten und einen Sportlehrer verfügen.
. Sowohl die Hygiene als auch die Sicherheit müssen einer ständigen Kontrolle unterworfen sein.
. Außerdem sollten weitere gesundheitsfördernde Aktivitäten im Angebot stehen.

Der Europäische Heilbäderverband hat darüber hinausgehend noch diese Kriterien formuliert:

. Der Ort muss von allergenarmer, reiner Seeluft gekennzeichnet sein.
. Die Heliotherapie basiert auf natürlicher Sonnenstrahlung.
. Bewegungsangebote direkt am Ufer des Meeres.

Wofür die Thalasso Kur gut ist

Jeder, der schon mal direkt an tosender Brandung stand, hat es gespürt, dass Meeresluft voller Ionen und reich an Sauerstoff ist, die Luftbelastung mit Allergenen oder Bakterien ist nahezu gleich null, die mit der Atemluft aufgenommene Salzfracht löst den Schleim in den Atemwegen, endlich gelingt wieder tiefes, unbehindertes Durchatmen, echte Glücksmomente für den Asthmatiker.

Insofern ist der so oft zitierte Tipp für Menschen mit Atemproblemen, unbedingt Urlaub am Meer machen zu sollen, überhaupt nicht nur banal dahergesagt, sondern viel mehr von tiefgründigem Verständnis der Zusammenhänge geprägt. Wenn der Facharzt in diesem Zusammenhang von Reizklima spricht, dann ist damit auch gemeint, dass es dem Patienten während der ersten Tage am Meer sogar vermeintlich etwas schlechter gehen kann. Das hat mit der Umstellung des eigenen Abwehrsystems zu tun, das der Patient nun richtig zu spüren bekommt. Nach wenigen Tagen hat sich diese temporäre Form der Aufregung in aller Regel gelegt und dann möchte der Patient seinen Kurort gar nicht mehr verlassen.

Faktisch ist das sogenannte Reizklima dadurch gekennzeichnet, dass es dort kaum Pollen gibt. Nehmen wir einmal die Lupe in die Hand und schauen uns die Meeresluft bis in die molekulare Dimension an. Dann werden nämlich die Aerosole deutlich erkennbar. Hier sind es vor allem die Jodsalze, die dem Menschen mit jedem Atemzug gesundheitlich so ungemein zuträglich sind. Auf diese Weise gelangen die Salze tief in die letzten Alveolen der Lunge, lösen den Schleim und transportieren ihn sukzessive nach draußen. Menschen mit Bronchialproblemen reagieren daher mit Hustenanfällen, was im Grunde den Begriff Reizklima geprägt hat. Wer deshalb seinen Urlaub oder seine Kur abbricht, macht meistens eher einen Fehler, weil der Körper eigentlich sehr dankbar ist für die Hilfestellung, den mit Bakterien überladenen alten Schleim endlich loszuwerden.

Daher ist gerade das Reizklima eine sehr wirksame Therapie, und zwar völlig ohne Chemie, Arzneimittel und Nebenwirkungen. Asthmatiker und Allergiker schätzen daher das Meeresklima, viele haben es sich zur Angewohnheit gemacht, zweimal im Jahr am Meer privat Urlaub zu machen. Die Schlick- und Algenpackungen wirken sehr gut gegen Akne und Schuppenflechte, was ebenfalls etwas damit zu tun hat, dass die Meeresluft das Immunsystem ganz allgemein stärkt.

Thalasso Kuren sind durchaus etwas anstrengend und in der Folge fördern sie die Fettverbrennung. Wer zum Beispiel im Urlaub ein bisschen abnehmen und entgiften möchte, ist mit einer Thalasso Kur gut bedient. Zudem bedeutet Thalasso auch Revitalisierung, was bei Anti-Aging-Maßnahmen ausgenutzt wird. Die so gewonnene neue Energie wirkt wie Labsal bei Stress oder Erschöpfung. Durch die Bewegung werden Kreislauf und Stoffwechsel angeregt, während Sonnenlicht und die salzhaltige Luft der Haut gut tun, die Abwehrkräfte fördern und nicht zuletzt sogar die Seele wieder in die rechte Balance bringen.

Die mit der Kur verbundenen Inhalationen, Salzwasserduschen und die Gymnastik im Meerwasser verbessern die Durchblutung und helfen der Haut zum Beispiel bei Neurodermitis. Bei vielen Patienten verschwinden, nach einer vermeintlichen Verschlechterung zu Beginn, die Rückenschmerzen fast vollständig. Um den Körper auch von innen zu entschlacken, wird das Meerwasser in verdünnter Form getrunken. Gerade bei Gallen- oder Magen-Darm-Beschwerden werden Meerwasser-Trinkkuren empfohlen.

Präparate aus Algen gibt es als Tabletten, Pulver, Ampulle oder in Form von Lotionen. Sie alle enthalten Antioxidantien, wirken entschlackend und steigern die Abwehrkräfte.

Bei den folgenden Erkrankungen werden Thalasso Kuren immer wieder empfohlen:

. Atemwegserkrankungen
. Bluthochdruck
. Durchblutungsstörungen
. Erschöpfung
. Fibromyalgie
. Gelenkverschleiß
. Herz-Kreislauf-Erkrankungen
. Hyperthyreose
. Morbus Crohn
. Neurodermitis
. Rheuma
. Rückenleiden
. Schuppenflechte
. Stress
. Verstopfung

Ablauf der Thalasso Kur

Die klassische Thalassotherapie findet selbstverständlich direkt am Meer statt und dauert in der Regel eine Woche. Wie bei jeder anderen Kur wird der Patient ganz zu Anfang erst einmal durch einen Thalasso-Arzt/Ärztin untersucht. Bei dieser Gelegenheit wird sogleich der Ablaufplan der Kur besprochen, das heißt, die individuellen Anwendungen werden jetzt ebenfalls festgelegt. Dazu erläutert der Arzt, dass das Meer als eine riesige homöopathische Apotheke aufgefasst werden kann, aus der täglich bis zu vier wertvolle Anwendungen geschöpft werden können.

Die Anwendungen der Thalassotherapie im Einzelnen

Die möglicherweise zum Einsatz kommenden Therapieformen:
. Elektrophysiotherapie
. Bäder
. Hydrotherapie
. Inhalationen (Aerosole)
. Jetdusche
. Packungen (Algen, Schlick)
. Pressurmassage
. Vichydusche (im Liegen verabreichte Nebelsprühdusche)
. Wassergymnastik

Wasseranwendungen

Durch das Baden in salzigem Meerwasser wird der Körper zugleich remineralisiert und revitalisiert. Salz wirkt antibakteriell und reguliert den pH-Wert der Haut. Dabei ist die angebotene Aqua-Gymnastik ein sanftes Konditionstraining. Der natürliche Wasserwiderstand stellt sich immer gerade so ein, dass unsere Muskeln, Gelenke und Bänder, egal welche Bewegung wir unter Wasser ausführen, zwar gefordert, aber niemals überlastet werden können. Das hängt mit der Art und Weise zusammen, wie die kaum gekoppelten Wassermoleküle bei Bewegung einander ausweichen. Gerade übergewichtige Menschen genießen den überaus angenehmen Effekt der Schwerelosigkeit im Wasser als Folge dessen, dass die physikalischen Dichten von Wasser und des menschlichen Körpers in etwa gleich sind. Die Druckstrahlmassage stimuliert die Muskulatur, ohne dass man selbst Bewegungen oder Übungen ausführen muss. Dies regt zugleich den Stoffwechsel an.

Maritime Aerosole

Wenn sich an stürmischer Küste die Gischt an den Felsen so richtig austobt, entstehen oftmals gut sichtbar riesige Nebelschwaden aus Mikrometer kleinen Tröpfchen. Fast wie in Trance atmen die Menschen diese mit Salzwasser geschwängerte Luft tief ein, nicht zu unrecht, denn damit tun sie genau das Richtige für ihre Gesundheit. Nun ist das Meer nicht an jedem Küstenabschnitt so wild. Daher werden im Rahmen der Thalasso Kur Aerosol–Meerwasserinhalationen angeboten, die in etwa ebenso gut den tief sitzenden zähen Schleim in der Lunge lösen und nach außen befördern.

Peelings und Packungen

An dieser Stelle nun endlich ein paar Worte darüber, was unter Schlick eigentlich zu verstehen ist. Es handelt sich dabei um ein besonders feinkörniges Sediment, das nicht nur im Meer, sondern auch in Seen oder Flüssen gebildet wird. Ist der Sandanteil relativ hoch, ist von Schlicksand die Rede. Der sogenannte Fluid Mud entsteht zum Beispiel in Trübungszonen, das kann das weitere Umfeld eines Fluss-Delta-Gebiets im Küstenbereich sein. Schlickbildung findet aktuell vor allem im Watt, aber auch in Mangrovenwäldern statt. Wellenkalke und Flyschtone sind typische Beispiele für fossilen Schlick.

Die Konzentration der Mineralstoffe ist im Meeresschlamm ungleich größer als im Meerwasser. Aus diesem Grunde erweist sich Schlick geradezu als Balsam für die Haut, die nach einer solchen Packungsanwendung frisch, zart und um viele Jahre verjüngt erscheint. Bei der Meerschlammpackung wird meistens der ganze Körper mit jener grünlich-braunen Masse bedeckt, die von vielen im ersten Moment als etwas eklig empfunden wird. Da im Meerschlamm immer organische Bestandteile enthalten sind, die vermodern, ist auch der Geruch selten angenehm.

Mithilfe der Meersalz- oder Sandpeelings werden abgestorbene Hautschuppen entfernt, was einer sanften Hautreinigung gleichkommt. Eine Meeresschlick-Packung enthält sehr viel Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium. Diese Minerale wirken auf der Haut entzündungshemmend und regen den Stoffwechsel der Zellen an. Daher sind diese Maßnahmen auch sehr gut für Menschen mit allergiebedingten Hautproblemen geeignet.

Algenanwendungen

Die Algenpackung besteht ausschließlich aus natürlichen, mikropulverisierten Algen. Bringt man dieses extrem feinkörnige Pulver eine Zeit lang auf die Haut auf, zieht es mit seiner riesigen Oberfläche die Giftstoffe durch die semipermeable Hautbarriere. In aller Regel sind damit ein Gewichtsverlust und eine Verringerung des Entzündungsstatus verbunden, was bei Rheuma und Arthrose unmittelbar schmerzlindernd wirkt. Ähnlich funktioniert die Algen-Gel-Packung, die den Körper besonders gut mit Mineralien und Spurenelementen versorgt. Sowohl äußerlich als auch innerlich wird die rote Meeresalge (Gelidium Cartilagineum) angewendet. Sie kann in Form von Algenwasser oder als Algentablette oral verabreicht werden. Durch ihre besondere Nährstoffkombination regt die rote Meeresalge den Fettstoffwechsel an.

Bewegung am Meer

Der Kern der Thalassotherapie ist sicherlich das Reizklima am Meer. Die feuchte, salzhaltige Luft reinigt nicht nur die tiefsten Alveolen in den Lungen, sondern macht vor allem die oft vernachlässigten Nasennebenhöhlen frei. Dabei spielt gerade die einzigartige Kombination der unterschiedlichen Salze eine große Rolle. Mit einer reinen Kochsalz-Inhalation lässt sich lange nicht so viel erreichen wie mit Sport und Spiel am Meer, gerade im Hinblick auf das Herz-Kreislauf-System und die Stimulation des Abwehrsystems.

Thalasso-Reduktionskost

Wer abnehmen möchte, beschäftigt sich zusätzlich mit der vielseitigen Thalasso-Reduktionskost aus gesunden Algen- und Fischgerichten, knackigen Salaten, gedünstetem Gemüse und Obst.

Wie viel Thalasso Kur ist noch gesund?

Bereits eine Woche Thalasso wirkt noch lange nach. Die Franzosen, die bekanntermaßen als Spezialisten der Thalassotherapie gelten, empfehlen zwei Einzelwochen Thalasso übers Jahr zu verteilen, um so das ganze Jahr über von diesen Aktivitäten zu profitieren.

Welche Jahreszeit eignet sich besonders gut für Thalasso?

Jede Jahreszeit hat am Meer ihren ganz besonderen Charme und das gesunde Reizklima verschwindet weder mit dem Dezember noch mit dem Juni. Bei dieser Frage kommt es eher auf die persönlichen Präferenzen an. Wer zum Beispiel im Binnenland unter der brütenden Juli-August-Hitze eher leidet, ist gut beraten, seine Thalasso Kur genau in diese heiße Phase zu schieben. Allergiker machen wahrlich nichts falsch, wenn sie die Zeit des Pollenfluges am Meer verbringen.

Im Hochsommer hat man in der Tat den Vorteil, fast täglich an den deutschen Küsten schwimmen gehen zu können. Bei dieser sportlichen Betätigung werden sehr viele Kalorien verbrannt, die Muskulatur verbessert sich, ohne die Gelenke zu belasten und als Nebeneffekt kommt noch eine gute Figur dabei heraus. Im Übrigen können einzelne Thalaso-Elemente auch jederzeit zu Hause zur Anwendung kommen, so zum Beispiel die „salzige Badewanne“ und Körperpackungen aus Schlick und Algen können in der Apotheke gekauft werden.

Ist Thalasso wirklich für jeden geeignet?

Nein, da gibt es in der Tat ganz wenige Ausnahmen. Wer eine kranke Schilddrüse hat oder unter einer Jodallergie leidet, sollte unbedingt zuvor mit seinem Hausarzt sprechen. Die Thalassotherapie ist keine Therapie im strengen medizinischen Sinne. Es handelt sich viel mehr um eine Maßnahme aus dem Wellness-Bereich, die aber sehr wohl medizinische Behandlungen gut unterstützen und voranbringen kann. Dennoch scheinen die gesetzlichen Krankenkassen den gesundheitlichen Wert von Thalasso noch nicht erkannt zu haben, obwohl sie schon Prämien für nachweislich gesundheitsbewusstes Leben anbieten.

Bei den folgenden Indikationen sollte vor Antritt einer Thalasso Kur der Arzt befragt werden:
. Bluthochdruck
. Jodallergie
. Krebserkrankungen
. Kreislaufschwäche
. Schilddrüsenüberfunktion
. Schwangerschaft

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